Einleitung – Stimmung und Besonderheit des Harzer-Hexen-Stiegs
Der Harzer-Hexen-Stieg ist einer der bekanntesten Fernwanderwege in Deutschland. Auf rund 100 Kilometern führt er von Osterode im Westen quer durch den Harz bis nach Thale im Osten. Die Route verbindet dichte Wälder, mystische Moore und den legendären Brocken, den höchsten Berg Norddeutschlands.
Seinen Namen verdankt der Weg den zahlreichen Mythen und Sagen rund um Hexen und Teufel, die besonders mit der Walpurgisnacht in Verbindung stehen. Wer den Harzer-Hexen-Stieg wandert, erlebt Natur, Geschichte und Kultur gleichermaßen – von alten Bergwerken bis zu geheimnisvollen Felsformationen.
Kurzinfo
- Länge: ca. 100 km
- Etappen: 5–7 Tage (je nach Planung)
- Startpunkt: Osterode am Harz
- Endpunkt: Thale im Bodetal
- Schwierigkeit: Mittel (teilweise längere Anstiege, aber technisch einfach)
- Beste Reisezeit: April bis Oktober
Etappenplan (klassisch in 5 Abschnitte)
- Osterode – Clausthal-Zellerfeld (ca. 24 km)
Einstieg in den Harz, Wanderung durch Wälder und entlang von Teichen des Oberharzer Wasserregals. - Clausthal-Zellerfeld – Altenau (ca. 16 km)
Seen, Teiche und Bergbaugeschichte, ruhige Waldwege. - Altenau – Brocken (ca. 20 km)
Aufstieg zum Brocken (1.141 m), spektakuläre Aussicht, oft mystisch vernebelt. - Brocken – Rübeland (ca. 20 km)
Abstieg ins Bodetal, vorbei an Tropfsteinhöhlen und schroffen Felsen. - Rübeland – Thale (ca. 20 km)
Durch das wildromantische Bodetal nach Thale mit Hexentanzplatz und Rosstrappe.
(Viele Wanderer teilen die Route in 6–7 Tage auf, um entspannter zu laufen.)
Highlights und Sehenswürdigkeiten
- Brocken (1.141 m): Höchster Berg Norddeutschlands, oft nebelverhangen, mit grandiosem Panorama.
- Oberharzer Wasserregal: UNESCO-Welterbe mit Teichen, Gräben und Stollen der historischen Bergbautechnik.
- Bodetal: Spektakuläre Schlucht mit bis zu 300 m hohen Felswänden.
- Hexentanzplatz & Rosstrappe (Thale): Mystische Sagenorte mit fantastischer Aussicht.
- Rübeländer Tropfsteinhöhlen: Beeindruckende Naturhöhlen.
Tipps für Übernachtungen
- Gasthöfe und Pensionen: In fast jedem Etappenort verfügbar (z. B. Altenau, Rübeland).
- Hotels: In Clausthal-Zellerfeld, Braunlage oder Thale gute Auswahl.
- Zelten: Wildcampen ist verboten, aber es gibt Campingplätze im Harz (z. B. in Altenau oder Thale).
- Tipp: Auf dem Brocken übernachten ist möglich – ein besonderes Erlebnis.
Beste Reisezeit und Wetter
- April–Oktober: Angenehmste Zeit zum Wandern.
- Frühjahr: Blühende Wiesen und frisches Grün.
- Sommer: Angenehme Temperaturen, aber touristisch belebt.
- Herbst: Bunte Wälder, besonders schön im Bodetal.
- Winter: Der Weg ist begehbar, aber durch Schnee und Eis sehr anstrengend – ideal für erfahrene Wanderer.
Besondere Tipps
- Sagen & Mythen: Wer an Walpurgis (30. April) unterwegs ist, erlebt die traditionelle Hexennacht im Harz.
- Brockenwetter: Immer warme Kleidung einpacken – auch im Sommer herrschen oben kühle Temperaturen.
- Kultur: Besuch der UNESCO-Weltkulturerbestadt Quedlinburg in der Nähe lohnt sich.
- Markierung: Der Harzer-Hexen-Stieg ist sehr gut ausgeschildert, verlaufen ist fast unmöglich.
Fazit
Der Harzer-Hexen-Stieg ist ein abwechslungsreicher Fernwanderweg, der Natur, Kultur und Mythos verbindet. Von historischen Wasseranlagen über den sagenumwobenen Brocken bis zum wilden Bodetal – der Weg bietet eine unvergleichliche Mischung aus Abenteuer und Geschichte.
Ob in 5 Tagen sportlich oder in einer Woche entspannt: Der Harzer-Hexen-Stieg gehört zu den unvergesslichen Wandererlebnissen Deutschlands.


Barbara Ebeling
